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04.04.2013 - Lausitzer Rundschau, Torsten Pötzsch / top1 Übersicht | Drucken

Offene Fragen in teurer Sanierung

Investitionen von 550 000 Euro in Klärwerk in Münchhausen nötig / Gebührenhöhe unklar

Sonnewalde. 20 Jahre ist es her, da klopfte man sich bei der Einweihung des neuen Klärwerkes, nahe Münchhausen, ordentlich auf die Schultern. Mit dem Sonnewalder Abwasser sollte nun alles geklärt sein. Zwei Jahrzehnte später steht man vor einem Scherbenhaufen.

Lausitzer Rundschau, Torsten Pötzsch / top1 - Der eigene Verband musste abgewickelt werden, die Daumenschrauben des Landes haben längst die oberste Schmerzgrenze erreicht, der angehäufte Schuldenberg gefährdet seit Jahren die kommunale Eigenständigkeit der Stadt Sonnewalde und lässt nur noch absolut notwendige Investitionen zu. Der Beitritt zum Wasser- und Abwasserverband Westniederlausitz (WAV) brachte auch keine Linderung, das Gegenteil trat ein. Die Verzweiflung ist entsprechend groß, bei Bürgern und politischen Entscheidungsträgern.

Die Suche nach Alternativen

Das Fass zum Überlaufen brachte die Ansicht des Landes, das Klärwerk in Münchhausen sei marode und erfülle nicht mehr die heutigen Standards, müsse abgeschaltet und zurückgebaut werden. Seither sucht man nach Alternativen. Ende 2012 gab Sonnewalde ein eigenes Gutachten in Auftrag. Das Resultat wurde auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung im Ortsteil Schönewalde vorgestellt. Selten herrschte so ein großes Bürgerinteresse bei einer Abgeordnetenversammlung, selbst Finsterwaldes Bürgermeister Gampe und der CDU-Landtagsabgeordnete Genilke waren unter den Gästen. Das Gutachten erstellte das Wasser- und Abwassertechnische Institut WAFI aus Cottbus. Die Fachleute haben in den letzten Jahren mehrere Klärwerke genau unter die Lupe genommen und kennen sich mit der Materie aus. Verständlich und bürgernah erklärte Berndt Schölz das 80-seitige Zahlenwerk, ohne eine genaue Empfehlung abzugeben. Vier Varianten sollten untersucht werden. Nicht dabei war die vom WAV und vom Land favorisierte Überleitung des Sonnewalder Abwassers nach Lindena.

Variante eins:

Die Entsorgung über vier kleine Ortskläranlagen in Birkwalde/Breitenau, Schönewalde, Sonnewalde/Münchhausen/Ossak und Goßmar/Pießig.

Variante zwei:

Die Entsorgung des Stadtkerns von Sonnewalde über eine zentrale Anlage. In den Ortsteilen gibt es Kleinkläranlagen und Sammelgruben.

Variante drei: Eine Überleitung nach Finsterwalde.

Variante vier: Eine Erneuerung des Klärwerks Münchhausen.

Prognose für 25 Jahre

Betrachtet wurde die Entwicklung über einen Zeitraum von 25 Jahren. In einer aufwendigen Kostenvergleichsrechnung kamen die Wasser- und Abwasserexperten zu einem überraschenden Ergebnis. "Wir sagen, mit einem vertretbaren Aufwand kann die Anlage in Münchhausen saniert werden. Auch wenn es widersprüchliche Aussagen zu deren technischer Bewertung gibt. Die Anlage ist betriebsfähig, die technischen und baulichen Probleme sind altersgerecht und können schnell auf den technisch neuesten Stand gebracht werden. Die Gesamtkosten würden etwa 550 000 Euro betragen. Zu dieser Aussage stehen wir", so Berndt Schölz. Die Betriebskosten für das Klärwerk betrugen 2012 154 000 Euro, im Jahr 2017 werden es nach heutigem Stand der Dinge 162 000 Euro sein.

Schölz machte aber auch unmissverständlich klar, dass es im Falle einer Sanierung innerhalb des Verbandes weiterhin zwei Gebührengebiete geben wird. "Wie sich aber die Gebühren und Beiträge für Sonnewalde entwickeln werden, können wir heute nicht sagen, dazu fehlte uns auch das notwendige Zahlenmaterial."

Ohne Aussagen zu Gebühren

Zwischenfragen waren erwünscht und so zog sich die gesamte Vorstellung des Gutachtens fast zwei Stunden hin. Eigentlich wollten die Abgeordneten im Anschluss gleich einen Beschluss fassen, für welche Variante sie sich entscheiden, doch dazu kam es nicht. "Es gibt noch zu viele Unwägbarkeiten, besonders was die Beitrags- und Gebührenkalkulation angeht", war man sich schnell einig. Ein fachkundiges Steuer- und Wirtschaftsprüfungsbüro soll deshalb eine Kalkulation erstellen. "Wir lassen uns nicht mehr unter Druck setzen, auch vom WAV nicht", so Sonnewaldes Ortsvorsteher Axel Große. "Und wenn man uns nicht erhören will, so werden wir uns Gehör verschaffen", schob er nach. Bürgermeister Werner Busse (CDU) bekam von den Stadtverordneten den einstimmigen Auftrag, bei der nächsten Verbandsversammlung, die Position Sonnewalde detailliert zu erklären. Torsten Pötzsch / top1


Andreas Egeresi, 09.04.2013, 10:25 Uhr

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