Trotz des verringerten Tempos bei der Einführung der Inklusion durch die Landesregierung will man in Elbe-Elster weitere Schritte der Vorbereitung gehen. Marlis Eilitz, Leiterin des Schulverwaltungsamtes des Landkreises, informierte die Mitglieder des Bildungsausschusses des Kreistages am Montag im Refektorium in Doberlug-Kirchhain über das inzwischen erarbeitete Konzept für die weitere Einbeziehung der drei Förderschulgebäude. Eine Nutzung als Grundschule sei nicht möglich, da der Zuschnitt der Räume dies nicht zulasse. Deshalb sehe Elbe-Elster eine Nutzung als Lern- und Kompetenzzentrum vor.

Ja, Inklusion finde in den Grundschulen der Kommunen statt. Aber nicht alle Schüler seien über die gesamte Schulzeit zu inkludieren, ist sich Marlis Eilitz sicher. Deshalb sollen an den künftigen drei Zentren im Landkreis temporäre Lerngruppen arbeiten. Die Mitarbeit der jeweiligen Schüler solle auf Antrag der Heimatschule beim staatlichen Schulamt erfolgen. Vorteil sei, dass Schüler hier zunächst lernen könnten zu lernen, bevor sie in ihren Schulklassen weiter unterrichtet würden. Fachkräfte könnten hier gezielt mit Schülern arbeiten, die zum jeweiligen Zeitpunkt in ihrer Grundschulklasse überfordert seien.

Gleichzeitig sollen sich die Förderschulen zu Zentren der Weiterbildung für Eltern, Lehrer und Inklusionshelfer entwickeln. Konsequent wolle man hier die Arbeit mit den Eltern angehen. Die jeweilige Heimatschule müsse jederzeit wissen, was in der temporären Lerngruppe geschehe und wann der Schüler wieder in seine Schule aufgenommen werden könne.

Während die Zentren in Herzberg und Elsterwerda jeweils unter dem Dach einer kreislichen Grund- und Oberschule geführt werden könnten, stellt sich die Lage in Finsterwalde für den Bereich Elbe-Elster Nord-Ost anders dar. Hier wäre das Lern- und Kompetenzzentrum an die Schule für geistig Behinderte anzugliedern und mit den Grundschulen in Trägerschaft der Stadt Finsterwalde die Zusammenarbeit zu organisieren.

In der nächsten Sitzung der Arbeitsgruppe Inklusion des Kreises solle die Finanzierung erörtert werden. In temporären Lerngruppen jedem Schüler einen Einzelfallhelfer und zusätzlich für die Gruppe zwei Lehrer zur Seite zu stellen, sieht die Schulverwaltungsamtsleiterin als wenig sinnvoll an. Man würde sich gegenseitig behindern. Vielmehr könne über "Mehrfallhelfer" nachgedacht werden, was wiederum Geld sparen würde.

Karl-Ulrich Hennicke (Die Linke) mahnte, bei den Überlegungen zu den temporären Lerngruppen nicht die Helfer zu vergessen, die an den Schulen benötigt werden. Gerd Rothaug (CDU) verwies darauf, dass man mit dem Konzept Probleme lösen möchte, die aber erst in Angriff zu nehmen seien, wenn es die Förderschulen nicht mehr gebe. Hier seien Entscheidungen des Landes abzuwarten. Wichtig sei es jetzt, mit den Kommunen über den Stand der Dinge ins Gespräch zu kommen.

Am 28. Mai werde man dies tun und weitere Gesprächsrunden in den drei Schulplanungsbereichen anbieten. Danach wird die kreisliche Arbeitsgruppe Inklusion den Fahrplan für ihre weitere Arbeit festlegen. Gabi Böttcher