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24.04.2013 - Lausitzer Rundschau, Gabi Böttcher Übersicht | Drucken

SPD will Sperrvermerk fürs Gärtnerhäuschen

Millionen-Investition in denkmalgeschütztes Gebäude am Elsterschloss sorgt für Spannung in Haushaltsdebatte

Elsterwerda. Im Streit um die Millionen-Sanierung des Gärtnerhauses am Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda schlagen die Wellen unverändert hoch. Daran ändert auch ein von Landrat Christian Jaschinski (CDU) am Montag eilig einberufener Extra-Beratungstermin vor Ort nichts. Trotz des Pro und Kontra zeichnet sich eine Mehrheit für den Beschluss des Doppelhaushaltes des Landkreises für die Jahre 2013/2014 ab.

Lausitzer Rundschau, Gabi Böttcher -

Das hat gesessen. Der Vorwurf von Dieter Kestin (LUN), die Verwaltung habe in Sachen Gärtnerhäuschen auch "ein bisschen geschlafen, zu wenig getan", hatte Kreisverwaltungschef Christian Jaschinski (CDU) noch Tage nach dem Kreisausschuss gewurmt. Entsprechend verschnupft eröffnete er die Sondersitzung mit Fraktionsvorsitzenden und dem Leiter des Kreisentwicklungsausschusses Uve Gliemann, mit Schulleiter Martin Goebel sowie Heinz Linge und Uwe Jeske vom Planungsbüro vor Ort in Elsterwerda. Ciro Scherff, Amtsleiter Gebäudemanagement beim Landkreis, verteilte zu Beginn das ersehnte Nutzungskonzept für das Gärtnerhäuschen. Als 1,05 Millionen-Investition im Kreishaushalt verankert, der am Montag vom Kreistag beschlossen werden soll, war das eine Übergabe kurz vor der Ziellinie. Egal, wie sich die Schülerzahlen entwickeln würden, es gehe darum, das Ensemble des Elsterschlosses zu optimieren, einen Schandfleck zu beseitigen. Und das sei keine Befindlichkeit einer einzelnen, engagierten Landtagsabgeordneten. Diesen Bezug auf die Aktivitäten der Kreistagabgeordneten Anja Heinrich (CDU), die die Denkmalsanierung ins Rollen gebracht hatte, musste der Landrat loswerden.

Multimediale Bibliothek

Ciro Scherff und Schulleiter Martin Goebel warben für eine multimediale Bibliothek, wie sie am Gymnasium in Finsterwalde bereits vorhanden ist. Eine Öffnung des Lesesaales nach Süden hin mit einer Terrasse könnte auch für Veranstaltungen und andere Nutzer interessant sein. Schulamtsleiterin Marlis Eilitz datierte erste Überlegungen zu einer qualitativ verbesserten Bibliothek vier Jahre zurück, als mit Bürgerarbeitsplätzen ein Qualitätssprung vollzogen werden konnte, jedoch ohne vernünftiges Ausleihsystem. Uve Gliemann konstatierte: "Die Kommunikation zum Kauf des Gebäudes durch den Landkreis hätte besser sein können. Dann würden wir nicht erst jetzt darüber sprechen, wo es um den Haushalt geht." Dieter Kestin zog für die LUN-Fraktion dennoch das Fazit: "Das Haus wurde Anfang vorigen Jahres gekauft. Es hätte in den Ausschüssen darüber gesprochen werden müssen. Jetzt sind wir alle im Zeitdruck. Aber wir werden nicht dagegen stimmen." Das bekräftigte auch Ulrich Hartenstein für die FDP/BfF/UWG-Fraktion. Lutz Kilian (SPD) zeigte sich noch keineswegs überzeugt. Das Thema hätte in die Ausschüsse gehört, um die Sinnhaftigkeit der immensen Investition vorab zu beleuchten. Beim Sängerstadt-Gymnasium hätte man monatelang über die Baukosten gestritten. Noch vor der Sitzung des Kreistages werde seine Fraktion beraten. Momentan müsse er sagen, dass sie den Schnellschuss nicht billige. Prompt der Widerspruch von Christian Jaschinski: "Das ist kein Schnellschuss. Ich rolle den Ball zurück in die Ausschüsse. Hier liegt die Verantwortung." Lutz Kilian konnte sich am Montagnachmittag vorstellen, einen Sperrvermerk hinter die Haushaltsposition zu stellen und dann in Ruhe noch einmal zu beraten. Bei 1,05 Millionen Euro könne er sonst nicht ruhig schlafen. "Ich könnte nicht ruhig schlafen, wenn eine unbekannte Nutzung in dieses Gebäude käme. So investieren wir in die Bildung. Wir haben eine Gesamtverantwortung für das Areal", konterte CDU-Fraktionschef Thomas Lehmann.

Linke mit Herz fürs Denkmal

Das Herz des Denkmalbewahrers schlägt auch in Linken-Fraktionschef Joachim Pfützner kräftig. Er weiß aus eigenem Engagement und Erleben, wie stolz heute jeder auf die sanierte Fachwerkkirche in Saathain sein kann. "Ja, wir sollten das Gärtnerhaus baulich sichern", ist er überzeugt. Alles andere wäre eine sachliche Fehlentscheidung. Was die Entscheidung zum Kreishaushalt angehe, so werde sich die Fraktion vor dem Kreistag am Montag noch einmal verständigen. Bis dahin hoffe man noch darauf, vom Landrat einige Fragen beantwortet zu bekommen. Problematisch sieht Joachim Pfützner, dass das Gärtnerhaus mit seinem Nutzungskonzept im Bildungsausschuss keine Rolle gespielt hat. Außerdem sehe er den gesamten Bereich der Investitionen im Bereich Schulen als problematisch an.

Bauamtschef Frank George legte sich unter praktischem Aspekt für das unter Denkmalschutz stehende Haus ins Zeug. Hier sei der Hausschwamm drin und der würde sich rasend schnell verbreiten. Das Bauantragsverfahren befinde sich in vollem Gange. Einen konkreten Abschluss wollte Frank George nicht prognostizieren, blickte jedoch in Richtung Juni. Ciro Scherff: "Die ersten Ausschreibungen sind in Vorbereitung. Die Zeit drängt für die Gebäudesicherung und -sanierung." Gabi Böttcher


Andreas Egeresi, 24.04.2013, 13:12 Uhr

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