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14.02.2017, 12:46 Uhr | Lausitzer Rundschau, Manfred Feller und Heike Lehmann Übersicht | Drucken
Asphaltband mit Lochteppich in Prösen

ELBE-ELSTER. Frost, Tauwetter, Wärme und wieder Frost. Viel befahrene und altersschwache Straßen leiden unter diesem Wechsel besonders. Die Folge: massive Schäden.


Ein Teil der etwa zweieinhalb Kilometer langen Ortsdurchfahrt in Prösen weit im Süden steht stellvertretend für eine ganze Anzahl von Straßen im Landkreis Elbe-Elster, an denen dieser Winter bereits tiefe Spuren hinterlassen hat. Jetzt werden zwar höhere Temperaturen angekündigt, aber mit Minusgraden in der Nacht und Plusgraden am Tag muss noch einige Wochen gerechnet werden. Dieses Auf und Ab wird so manch einer Straße noch arg zusetzen.
 
"Wir befürchten noch größere Löcher", sagt Bauamtsleiter Chris Heller mit sorgenvollem Blick auf die bröckelnde Asphaltdeckschicht der Bundesstraße 169 mitten durch Prösen. Wer als Autofahrer das Fahrwerk seines Gefährts nicht unnötig traktieren will, fährt bereits Slalom. Wer durchfährt, sorgt für zusätzlichen Lärm in den Häusern entlang der Straße. Schadhaft ist in Prösen nicht nur der seit vielen Jahren lediglich geflickte B 169-Abschnitt mitten im Ort. Das sich anschließende lange Teilstück bis zur Landesgrenze sei vor etwa 20 Jahren oberflächlich erneuert worden und müsste jetzt wieder angefasst werden. Dort poltern die Fahrzeuge mittlerweile über zu hoch stehende Gullydeckel.
 
Die leichten Oberflächenschäden können nach Auskunft von Andrea Arndt, Leiterin der Straßenmeisterei Elsterwerda des Landesbetriebes Straßenwesen, jetzt nicht beseitigt werden. Frost und Fahrzeugreifen sorgen dafür, dass der kalt eingebaute Asphalt aus der nur rund vier Zentimeter starken Deckschicht schnell wieder herausbröckelt.
 
Erst, wenn die darunter liegende Binderschicht der dreilagig aufgebauten Fahrbahn angegriffen ist, die Löcher tiefer sind, rückt die Flickbrigade an. Um das Kaltmischgut verarbeiten zu können, muss die Schadstelle trocken sein. Diese wird mit einem Brenner angewärmt. Der Asphalt wird hineingeschüttet, geglättet und verdichtet – und hält je nach Witterung mehr oder weniger lange. Auf der B 169 in Prösen wurde bereits auf diese Weise ausgebessert, auch auf der B 101 zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda und kreisweit auf vielen anderen Straßen auch niederer Kategorien.
 
Dort im Landkreis, wo bei Schäden an der Deckschicht nicht ausgebessert wird, werden Warnschilder aufgestellt, wie eben in Prösen, Prestewitz und andernorts. "Die meisten Kraftfahrer akzeptieren, dass man im Winter langsamer fahren muss", baut Andrea Arndt auf die Einsicht der Verkehrsteilnehmer.
 
Doch deren Geduld wird noch einige Zeit auf die Probe gestellt. Denn, so die Leiterin, die Produktion von Heißmischgut in den Mischwerken laufe frühestens ab April an. Regressansprüche an Bund und Land wegen Schäden am Fahrzeug aufgrund von Löchern auf deren Straßen seien eher selten. Wer eine Vollkasko abgeschlossen hat, versucht es meistens darüber, muss aber Schlagloch und Verkehrssituation dokumentieren.
 
Die Winterschäden an den Straßen in Finsterwalde haben auch den Hauptausschuss beschäftigt. Allerdings stellten Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) und Fachbereichsleiter Frank Zimmermann fest, dass es sich bei den Straßen mit den größten und meisten Löchern oft um Bundes-, Landes- und Kreisstraßen handelt. Dennoch wollte Thomas Zimniak (CDU) wissen, was man zu tun gedenkt, um die Frostschäden "zeitnah ausbessern zu lassen". Er sieht Handlungsbedarf in der Cottbuser Straße (B 96) und am Bahnhof. Denn ärgerlich sei, dass die Bürger keinen Unterschied machen, wem die Straße gehört.
 
Parteikollege Rainer Genilke brachte – wie schon seit Jahren – die völlig marode Dresdner Straße wieder ins Gespräch, eine Landesstraße, die immer nur provisorisch ausgebessert wird. Bürgermeister Gampe versicherte, dass die Verwaltung regelmäßig Hinweise auch zu Kreisstraßen gibt, es aber im Winter kaum Chancen zum Ausbessern gebe.
 
Leise Hoffnung gibt es für die B 169 in Prösen. "Der Landesbetrieb Straßenwesen plant, diesen Abschnitt, beginnend an der Bahnstrecke Dresden/Berlin bis vor die Einmündung des Frauenhainer Weges, auf einer Länge von etwa 1200 Metern grundhaft auszubauen", kündigt Steffen Kleiner, Dezernatsleiter Planung, an. Parallel dazu sollen Regenentwässerung und Gehwege neu gebaut werden. Mit in dem Boot sitzen die Gemeinde sowie der Wasser- und Abwasserverband. Nachdem die Entwässerungsprobleme geklärt sind, wird die Genehmigungsplanung fortgeführt. Steffen Kleiner rechnet mit dem Baubeginn im Jahr 2019. Im Anschluss soll der Deckschicht der Ortsdurchfahrt in Richtung Gröditz erneuert werden.

Zum Thema:
 
Herzberg: Als besonders schlimm bezeichnet Nico Contes von der Landesstraßenmeisterei Herzberg die Winterschäden in diesem Jahr. Als besonders betroffen benennt er die Landesstraße zwischen Langennaundorf und Uebigau und die Falkenberger Straße in Herzberg (Landesstraße). Auch auf der B 87 bei Naundorf gebe es viele Schäden. Für Herzberg benennt das Bauamt als Beispiele für massive Straßenschäden die Grochwitzer Straße und das große Loch auf der Kaxdorfer Brücke. Bad Liebenwerda: In Bad Liebenwerda hat die Dresdner Straße, die auch Bundesstraße ist, besonders gelitten. Im Stadtgebiet Elsterwerda benennt Bauhofleiter Andreas Glas drei Kommunalstraßen: Westliche Feldmark, Vredener Straße und Heinrich-Heine-Straße. Im Bereich Mühlberg ist die Straße nach Altenau mit Schlaglöchern gesät. Finsterwalde: Der noch nicht grundhaft ausgebaute Teil der Landesstraße in Schönborn ist erheblich geschädigt. Löchrig ist die Südstraße (L 60) in Doberlug-Kirchhain. Die B 96 in Finsterwalde (Cottbuser Straße, Wilhelm-Liebknecht-Straße, Bahnhofstraße) muss geflickt werden. Mehrfach ausgebessert wurden die größten Löcher in der alten Berliner Straße. Ein Dauerproblem ist seit Jahren die Rosa-Luxemburg-Straße/Dresdner Straße.  Manfred Feller und Heike Lehmann


aktualisiert von Andreas Egeresi, 20.02.2017, 12:49 Uhr

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